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Anbetung der Könige, Sandro Botticelli

Anbetung der Könige, Sandro Botticelli

Anbetung der Könige - Sandro Botticelli. 111x134

In dieser mehrfigurigen Komposition präsentierte der Meister des Quattrocento Sandro Botticelli (1445-1510) das Bild der Könige, die das Christuskind verehrten, Mitglieder der Medici-Familie, Bankiers und Kaufleute, Herrscher von Florenz und in ihrer Nähe, darunter er selbst.

Unter den Ruinen des alten Roms, die das Ende der alten Welt und den Beginn eines neuen Christen symbolisieren, sitzt Madonna. Sie hält das Baby auf dem Schoß, steht mit den Ellbogen am Arm hinter Joseph und schaut das Neugeborene mit Emotionen an. Vor Christus kniete Cosimo der Ältere Medici nieder.

Näher am vorderen Rand des Gemäldes stehen die Söhne von Cosimo, Pierrot und Giovanni. Zum Zeitpunkt des Schreibens waren sie und ihr Vater bereits gestorben, aber Botticelli nahm sie als untrennbar mit ihr verbunden in den Familienkreis auf. In schwarzen und roten Gewändern steht nachdenklich Giuliano, der Sohn von Pierrot, mit Bart und Hut hinter ihm - der Philosoph Giovanni Argiropulo, vor ihm in Blau - der Kunde des Werkes, Zanobi del Lama. Links in stolzer Pose steht Giulianos Bruder Lorenzo der Prächtige, neben ihm der Dichter Angelo Poliziano, ein Humanist und Philosoph, den Pico della Mirandola ihnen erzählt. Schließlich schaut Botticelli selbst in der unteren rechten Ecke den Betrachter in einen roten Umhang gehüllt an. Die Tradition, sich in den Schriften darzustellen, war in der Renaissance weit verbreitet.

Die Medici gründeten in Florenz die sogenannte Bruderschaft der Könige, in die sie selbst und ihre Nächsten eintraten. Die Bruderschaft organisierte kostümierte Prozessionen: Ihre als weise Männer gekleideten Mitglieder gingen und ritten auf Pferden durch die Straßen der Stadt. Wahrscheinlich fanden diese Geheimnisse auch ihr Echo im Bild von Botticelli.


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