Museen und Kunst

Rotes Ei - Oscar-Kokosnuss

Rotes Ei - Oscar-Kokosnuss

Rotes Ei - Oscar-Kokosnuss. 63 x 76

Der österreichische Maler tschechischer Herkunft Oscar Kokoschka gehörte zur Familie der berühmten Prager Juweliere und studierte in seiner Jugend an der Wiener Hochschule für Angewandte Kunst, wo Gustav Klimt einer seiner Lehrer war. Auf Drängen des Architekten A. Loos, der den jungen Künstler in den Kreis der Intellektuellen einführte, begann er zu malen. Kokoshka war begeistert von der Arbeit von Van Gogh, malte viel mit Buntstiften und schloss sich zu Beginn seiner kreativen Tätigkeit den Expressionisten an.

Der Künstler lebte lange in Berlin, reiste nach Nordeuropa, kehrte 1933 nach Wien zurück und zog ein Jahr später in die Heimat seiner Vorfahren nach Prag. Als Reaktion auf die Kampagne der Nazi-Behörden gegen „degenerative“ Kunst erklärte er sich selbst als „entartet“ und schuf sogar ein Selbstporträt mit diesem Namen. Auf der Flucht vor der Verfolgung durch die deutschen Behörden wanderte Kokoshka 1938 nach London aus, wo er eine aktive öffentliche Position einnahm und begann, Hitlers aggressiven Militarismus scharf zu kritisieren.

Gemälde "Rotes Ei" - ein Beispiel für eine akute politische Satire, die Reaktion des Künstlers auf das Münchner Abkommen, das ihn schockierte und das, nachdem es die territorialen Ansprüche Deutschlands, Ungarns und Polens an die Tschechoslowakei erfüllt hatte, tatsächlich zur Teilung des Landes führte.

Eine kleine Leinwand wirkt großformatig, ihre Farben sind so lebendig, freie Striche sind breit und kräftig und groteske Zeichen sind groß. Das auf ausdrucksstarke Weise für die frühen Werke des Autors dargestellte Gemälde beeindruckt mit der Schönheit warmer Farben und der Hässlichkeit hässlicher Antihelden.

Auf dem Tisch in der Mitte des runden Tabletts befindet sich eine leuchtend rote Eierschale, aus der nach alter Tradition der Inhalt bereits herausgeflossen ist - dies ist ein Symbol des Opfers. Wem es gebracht wird, ist nicht schwer zu erraten. Geräte wurden bereits ausgelegt, eine dicke Katze leckt unter dem Tisch, zwei unheimliche Köpfe öffneten gierig rechts und links den Mund, in denen sich Cartoons von Hitler und Mussolini befinden. Ein britischer Löwe in einer Krone ruht seine Pfoten auf einem Stapel von Dokumenten mit der unverwechselbaren Inschrift „München“. In der Ferne taucht neben einem stilisierten Bild einer Stadt ähnlich wie Prag eine amorphe Figur einer roten Krabbe auf - ein Bild, das an Winston Churchills Langsamkeit erinnert.


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