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Madonna und Buch, Botticelli

Madonna und Buch, Botticelli

Madonna und Buch - Botticelli. 58 x 39,5

Vor uns liegt ein Bild der großen Botticelli voller symbolischer Bilder. Sie wird manchmal auch "Madonna" genannt, die das Lesen des Christuskindes lehrt.

Das auf dem Tisch liegende Buch heißt „Stundenbuch Mariens“ - ein Symbol der damaligen kirchlichen Weisheit. Die Nägel in der linken Hand des Jesuskindes und die Dornenkrone an seinem Handgelenk zeugen unaufhaltsam von dem bevorstehenden Leiden, mit dem er für die Sünden der Menschheit büßen wird. Mit seiner berühmten Hand in einer berühmten Geste gefaltet, segnet er das Buch. Das göttliche Kind berührt sanft seine Mutter und bewundert sie, während es sich umdreht, mit Bewunderung.

Die Madonna ist in stille Traurigkeit versunken, sie wartet demütig auf das Schicksal, das Gott für sie bestimmt hat. Die Zeichnung auf dem Umhang der Heiligen Jungfrau in Form von umgekehrten Feuerflammen, die von der Sonne ausgehen, ist ein Symbol für künftiges Leiden und Sterben am Kreuz ihres Sohnes - des Erlösers. Die Gartenfrüchte auf dem Tisch zeigen im übertragenen Sinne das Reich Gottes, das den Menschen von Christus offen steht.

Die allgemeine Komposition dieses späten Gemäldes des Künstlers ist einfach und prägnant und ähnelt der frühen Phase seiner Arbeit. Aus irgendeinem Grund bringt Botticelli ein Element der Instabilität in das Bild ein - die Madonna sitzt entweder halb oder erhebt sich, aus dieser Haltung des Jesuskindes scheint es unangenehm. Der Meister hat uns dieses Rätsel unbeantwortet gelassen, es bleibt noch zu lösen ...


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